Emanuel Kopp, Eigentümer des Unternehmens Koppcon, steht uns als Interviewpartner zur Verfügung mit Tipps und Lösungen für die Telekommunikation im Hotel – Optimierung, Qualitätssteigerung und Kostenersparnis – herzlichen Dank!

Herr Kopp, sie können im Telekommunikationsbereich für ihre Kunden im Schnitt eine Kosteneinsparung von 50% erwirken, in manchen Fällen sogar 70% – wobei die Kosteneinsparung eigentlich „nur“ ein erfreuliches Nebenprodukt ihrer Arbeit ist. Sie entwickeln für jeden Kunden – auch im Hotellerie- und Gastronomiebereich – ein maßgeschneidertes Konzept, das oft zu einem ganz besonderem Mehrwert für Kunden und deren Gästen führt. Lassen sie uns darüber sprechen, was das in der Hotel-Praxis bedeutet, und wir freuen uns natürlich auf den einen oder anderen Tipp für unsere Leser.

Definition

Eine simple Frage zuerst: Was gehört eigentlich alles zum Bereich Telekommunikation für ein Hotel?

Der Telekommunikationsbereich umfasst im Allgemeinen: Festnetz, Internet und Datenanbindung; Mobilfunk, der sich in mobile Daten und M2M Simkarten aufteilt; die Telephonanlage selber und auch Wartungsverträge, Miete und Serviecekosten.

Kosten, Qualität

Im Hotellerie und Gastronomiebereich gibt es Einkaufsgenossenschaften, welche ihren Mitgliedern auch im Telekommunikationsbereich Preisvorteile verschaffen. Steht Koppcon da im direkten Konkurrenzverhältnis?

Nein. Der Unterschied ist, dass bei uns die Kostenersparnis eigentlich „nur“ ein automatisches Nebenprodukt ist. Wir arbeiten viel tiefgreifender.

Einkaufsgenossenschaften sind eine sehr gute Möglichkeit, speziell für sehr kleine Häuser und Pensionen. Da wird auf die Kosten geschaut und wie man diese optimieren kann. Vereinfacht dargestellt: 10 Handys zu je 20 Euro im Monat sind 200 Euro – bei einem Preis der Genossenschaft von 15 Euro sind das nur mehr 150 Euro.

Wir schauen zuerst den wirklichen Bedarf des Kunden an und kommen ev. drauf, dass es eigentlich nur 5 Handys braucht und schaffen zudem einen Monatspreis von 10 Euro. 5 x 10 sind dann 50 Euro im Monat. Vor allem geht es aber auch um eine Qualitätssteigerung der Telekommunikation im Hotel und um Servicequalität – und da gibt es immer wieder neue und ganz tolle Lösungen.

Praktische Beispiele

Was sind konkrete Beispiele bzw. Ideen die entstanden sind, weil sie vom Bedarf des Kunden ausgegangen sind und individuell für das jeweilige Hotel ein eigenes Konzept entwickelt haben?

Für das Schloßhotel in Velden haben wir eine ganz spezielle Gäste Lösung entwickelt. Der Gast bekommt beim Check in ein Handy mit eigener Nummer. So kann z.B. der Vater mit einem Kind radlfahren gehen und die Mutter mit dem anderen Kind schwimmen und alle sind füreinander erreichbar ohne teure Roamingkosten. Die Gäste sind so auch ohne Roamingkosten erreichbar für Verwandte und Bekannte von zu Hause. Speziell für Gäste aus Russland und der klassischen Zone der 4,5 Länder ist das ein angenehmer Service und eine enorme Kostenersparnis. Mit vorab eingespeicherten Kurzwahlen erreichbar sind Buchungsservice, Concierge Service, Massage, Rezeption usw. Wir liefern keine Fertigprodukte, die übergestülpt werden, sondern gehen intensiv auf die Bedürfnisse des Kunden und dessen Gäste ein. Wir werten dazu jedes einzelne Telephonat des letzten Jahres aus.

Für ein Hotel im Tiroler Oberland wurde das gesamte Personal für die Saison mit Mobilfunk ausgestattet. So war die Erreichbarkeit untereinander gegeben, auch bei Mitarbeitern, die sehr mobil und nicht immer am Stammarbeitsplatz waren. Die Schwierigkeit lag darin, dass es klassisch nur Jahresverträge gab. Wir haben für diesen Kunden einen Weg gefunden, Saisonverträge zu ermöglichen.

Im Bereich Festnetz geht das bis hin zu einer intelligenten Telephonanlage die erkennt von welchem Land ein Teilnehmer anruft. So wird ein Anrufer aus Russland automatisch zu einem Mitarbeiter weitergeleitet, der russisch spricht. Und das geht so weit, dass wenn dieser Mitarbeiter nicht da ist, die Telephonanlage annimmt welche zweite Sprache ein Mensch aus diesem Land spricht, z.B. Englisch, und leitet den Anruf dann weiter zu einem englischsprachigen Mitarbeiter. Weiters kann man dies mit Kundenstammdaten verknüpfen. Wenn ein Gast anruft, der schon einmal da war, geht gleichzeitig ein Fenster auf welcher Gast anruft – die Mitarbeiterin kann ihn gleich mit Namen begrüßen – sie sieht gleich welche Vorlieben er hat z.B. das dritte Zimmer links, welches Feedback er gegeben hat usw. – es geht in Richtung Customer Relation Management. Da lässt sich sehr viel machen, die Qualität wird enorm verbessert.

Zum Thema Qualität gehört im Bereich Mobiltelefonie die Erreichbarkeit in jedem Raum, die nicht bei allen Kunden gegeben ist. Wir lassen das bei Bedarf individuell vermessen und gegebenenfalls mit Empfangsverstärker versorgen.

Wie wichtig eine genaue Bedarfserhebung und Analyse der Ist-Situation ist, zeigt folgendes Beispiel: Einem Kunden war es nicht bewußt, dass er für verschieden Telephonanschlüsse und Internetleitungen zahlte, die gar nicht existierten – wir sind in der Recherche draufgekommen, dass diese von einem Mitarbeiterhaus stammen, das es gar nicht mehr gibt – man hat aber dafür weiter 600-700 Euro pro Monat bezahlt. So begegnen uns laufend Dinge, die sich historisch eingeschlichen haben, die nicht mehr gebraucht werden, veraltete Lösungen, usw.

Ein kleineres Beispiel für Altlasten: Die Tochter eines Kunden hatte in Wien studiert. Es mußte damals schnell ein Anschluß her. Die Tochter ist aber seit 4 Jahren nicht mehr dort. Die Kosten Für Telephon- und Internetanschluß wurden aber weiter überwiesen, es ist niemandem aufgefallen.

Tipps

Was würden sie Hoteliers für den Bereich Telekommunikation empfehlen?

Es ist es wert sich damit auseinanderzusetzen wofür ich was zahle – Struktur und Transparenz zu schaffen.

Sich den eigenen Zielmarkt anzuschauen; und auch den eigenen Bedarf im täglichen Arbeiten. So im Sinne: wer bin ich, was brauch ich, wie kann ich mir durch die Möglichkeiten der Telekommunikation mein Arbeiten erleichtern – wer sind meine Gäste, was brauchen meine Gäste, wie kann ich meinen Gästen durch die Möglichkeiten der Telekommunikation guten Service bieten.

Ein dritter Punkt wäre, sich damit auseinanderzusetzen, was für neue technische Möglichkeiten es in diesem Bereich gibt.

Sie arbeiten seit bald 12 Jahren mit Ihrer Firma in Bereich Telekommunikation. Koppcon wächst kontinuierlich und sie erlebe ich als sehr engagiert, sehr kreativ in ihren Überlegungen und neugierig an Weiterentwicklung – was ist es das sie antreibt.

Ich habe einfach Freude an Kommunikation. Ich finde, das ist ein wichtiger Teil unseres Lebens. Mein Beitrag ist es für die optimalen technischen Möglichkeiten zu sorgen. Für mich ist es schön zu wissen, dass ich jeden Tag einen Beitrag für dieses Grundbedürfnis der Menschen leiste.

Vielen Dank für ihre Zeit und die interessanten Einblicke in ihre Arbeit!

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